Was einen Doppelstabmattenzaun ausmacht
Der Name kommt von der Bauweise: Die Zaunmatten bestehen aus senkrechten Stäben, die zwischen jeweils zwei waagerechten Stäben verschweißt sind – daher „Doppelstab“. Diese doppelten Querstäbe geben der Matte eine hohe Steifigkeit, sodass sie nicht „ausbeult“. Aus verzinktem und pulverbeschichtetem Stahl ist der Zaun praktisch rostfrei und wartungsfrei. Standardfarben sind Anthrazit (RAL 7016) und Grün (RAL 6005). Erhältlich ist er in vielen Höhen – von der niedrigen Beeteinfassung bis zum hohen Grundstückszaun.
Die Pfosten und ihre Befestigung
Die Matten werden zwischen Pfosten gespannt. Bei der Pfostenwahl und -montage gibt es zwei gängige Systeme:
- Klemmsystem: Die Matten werden mit Klemmhaltern an Rechteckpfosten befestigt – flexibel und gut für den Hangausgleich.
- Pfosten mit Aussparungen: Die Matten werden in vorgefertigte Schlitze eingeschoben – optisch sehr aufgeräumt.
Die Pfosten tragen die gesamten Lasten des Zauns – Eigengewicht, Wind und beim Tor zusätzlich die Bewegungskräfte. Deshalb ist ihre Gründung der wichtigste Punkt der ganzen Montage.
Das frostsichere Fundament
Der häufigste Fehler beim Zaunbau ist eine zu flache Gründung. Gefriert Wasser im Boden, dehnt es sich aus und drückt zu flach gegründete Pfosten nach oben (Frosthub); im Tauwetter bleiben sie schief stehen. Deshalb muss das Fundament bis unter die Frostgrenze reichen – in unseren Breiten üblicherweise rund 80 cm tief.
Jeder Pfosten wird in ein ausgehobenes, betoniertes Punktfundament gestellt und exakt im Lot ausgerichtet. Der Fundamentkopf bekommt ein leichtes Gefälle, damit Wasser abläuft und sich nicht am Pfosten staut. Erst wenn der Beton ausgehärtet ist, werden die Matten eingehängt. Tor- und Eckpfosten erhalten wegen der höheren Kräfte oft ein größeres Fundament.
Die Montage Schritt für Schritt
- Verlauf abstecken und mit einer Schnur die Flucht spannen.
- Pfostenabstände einmessen – passend zur Mattenbreite.
- Fundamentlöcher ausheben (frostsicher, rund 80 cm tief).
- Pfosten setzen und einbetonieren, exakt im Lot und in der Flucht.
- Beton aushärten lassen.
- Matten einhängen und befestigen, auf gleiche Höhe und Flucht achten.
Hangausgleich – Zaun am Gefälle
Steht der Zaun an einem Hang, stellt sich die Frage, wie die geraden Matten dem geneigten Boden folgen. Beim Doppelstabmattenzaun ist die Abtreppung der Standard: Die Matten bleiben waagerecht und werden wie eine Treppe versetzt zueinander montiert. Das ergibt eine ruhige, klare Treppenoptik. Je nach Neigung entstehen am unteren Mattenrand Lücken, die sich – wenn gewünscht (etwa gegen Haustiere) – mit einer kleinen Mauer, Randsteinen oder Bodenanpassung schließen lassen. Die Pfostenhöhen werden dafür sauber eingemessen.
Tore und Zubehör
Zum Zaun gehören meist eine Gehtür und eine Einfahrt. Bei der Einfahrt hat man die Wahl zwischen einem Drehtor (günstig, braucht aber Schwenkraum) und einem Schiebetor (kein Platzbedarf zum Aufschwenken, ideal bei kurzen Einfahrten und im Gefälle, gut automatisierbar). Tore brauchen besonders stabile, frostsicher gegründete Pfosten. Sichtschutzstreifen, die in die Matten eingezogen werden, machen den Zaun bei Bedarf blickdicht.
Korrosionsschutz: warum verzinkt UND beschichtet
Die Langlebigkeit des Doppelstabmattenzauns beruht auf einem doppelten Schutz. Zuerst wird der Stahl verzinkt: Die Zinkschicht bildet eine Barriere gegen Feuchtigkeit und wirkt als „Opferanode“ – bei einem Kratzer korrodiert das Zink zuerst und schützt den Stahl darunter weiter. Darüber kommt die Pulverbeschichtung in der Wunschfarbe: elektrostatisch aufgetragenes, im Ofen eingebranntes Farbpulver, das eine harte, schlag- und witterungsfeste Oberfläche ergibt.
Erst die Kombination aus beidem (das sogenannte Duplex-System) ergibt den besten, jahrzehntelangen Schutz. Pulver allein auf blankem Stahl wäre weit weniger beständig. Achten Sie deshalb beim Kauf darauf, dass die Matten verzinkt und pulverbeschichtet sind – das ist der Unterschied zwischen einem Zaun, der ewig hält, und einem, der nach Jahren rostet.
Die richtige Höhe und die rechtliche Seite
Bevor der erste Pfosten gesetzt wird, lohnt ein Blick auf Höhe und Recht. Für Einfriedungen gelten je nach Bundesland und Kommune unterschiedliche Regeln: Bis zu einer ortsüblichen Höhe (häufig rund 1,20 bis 1,80 m an der Grundstücksgrenze) sind Zäune meist verfahrensfrei, höhere oder blickdichte Anlagen können genehmigungs- oder zustimmungspflichtig sein. Auch Grenzabstände und das Nachbarrecht spielen hinein – ein klärendes Gespräch mit dem Nachbarn erspart später Ärger.
Bei der Höhe selbst entscheidet der Zweck: Ein niedriger Zaun grenzt nur ab, ein kniehoher hält Hunde im Garten, ab etwa 1,80 m wird der Zaun zur ernsthaften Hürde gegen ungebetene Gäste. Wir beraten zur ortsüblichen Höhe und zur passenden Mattenstärke – denn ein hoher Zaun braucht stabilere Matten und Pfosten, damit er bei Wind nicht arbeitet.
Welche Mattenstärke? Draht ist nicht gleich Draht
Doppelstabmatten gibt es in verschiedenen Drahtstärken, oft als „6/5/6“ oder „8/6/8“ angegeben. Die Zahlen bezeichnen die Durchmesser der waagerechten Doppelstäbe und der senkrechten Stäbe in Millimetern. Mehr Material bedeutet mehr Stabilität:
- 6/5/6: die wirtschaftliche Standardmatte für normale Gartenzäune.
- 8/6/8: deutlich steifer und robuster – die richtige Wahl für hohe Zäune, exponierte Windlagen oder wo der Zaun mechanisch beansprucht wird.
Auch der Pfostenquerschnitt und die Fundamenttiefe wachsen mit der Zaunhöhe mit. Eine zu schwache Matte auf zu dünnen Pfosten beginnt bei Wind zu schwingen und wirkt billig – weshalb wir Matte, Pfosten und Fundament immer aufeinander abstimmen.
Was beim Einmessen am Hang und an Ecken wichtig ist
Ein Zaun steht selten auf einer perfekt geraden, ebenen Strecke. An Ecken, Versprüngen und im Gefälle entscheidet das saubere Einmessen über das spätere Bild. An Ecken werden die Pfosten exakt im rechten (oder gewünschten) Winkel gesetzt, damit die Matten bündig anschließen. Bei langen Geraden wird mit einer gespannten Schnur die Flucht gehalten, sonst „wandert“ der Zaun optisch. Im Gefälle wird vorab festgelegt, wo abgetreppt wird und wie groß die einzelnen Stufen sind, damit die Treppung gleichmäßig und ruhig wirkt. Diese Vorarbeit am Reißbrett und mit dem Messgerät kostet etwas Zeit, ist aber der Unterschied zwischen einem Zaun, der professionell „steht“, und einem, der schief und unruhig wirkt.
Pflege und Lebensdauer – fast geschenkt
Der große Komfort des Doppelstabmattenzauns zeigt sich nach dem Aufbau: Er ist nahezu wartungsfrei. Durch Verzinkung und Pulverbeschichtung rostet er praktisch nicht; zur Pflege genügt es, ihn gelegentlich mit Wasser abzuspritzen, um Staub und Grünbelag zu entfernen. Kleinere Beschädigungen der Beschichtung – etwa ein tiefer Kratzer – lassen sich mit Ausbesserungslack versiegeln, damit dort kein Rost ansetzt. Bei sachgerechter Montage mit frostsicheren Fundamenten hält ein solcher Zaun Jahrzehnte, ohne dass gestrichen oder nennenswert investiert werden muss. Genau diese Kombination aus geringem Preis, hoher Stabilität und minimaler Pflege macht ihn zum meistverbauten Zaun – und zu einer Investition, die sich über die Jahre auszahlt.
Häufige Fragen
Wie tief muss das Fundament für einen Zaun sein?
Wie wird ein Doppelstabmattenzaun montiert?
Wie gleicht man einen Zaun am Hang aus?
Warum ist der Doppelstabmattenzaun so beliebt?
Wie hoch darf ein Zaun an der Grundstücksgrenze sein?
Was bedeuten die Zahlen 6/5/6 und 8/6/8?
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